Lackieren mit Polyurethan-Lack

Bootsbauer haben die Wahl zwischen zahlreichen High-Tech-Beschichtungen, die ein Boot glänzen lassen wie ein neues Auto. 2-Komponenten Polyurethan-Lacke haben einen tiefen, satten Glanz und eine hohe Abriebfestigkeit. 1-Komponenten Polyurethan-Lacke sind fast so glänzend und haltbar, aber weit günstiger und viel einfacher zu verarbeiten. Für unsere Boote verwenden wir ausschließlich hochwertige 1-Komponeten Bootslacke.

Oberflächenvorbereitung

Leider haftet Farbe nicht problemlos auf allen High-Tech-Epoxidharzen. Das Problem ist ein wachsartiger Rückstand, bekannt als “Aminröte”, der bei einigen Epoxidharzen als Nebenprodukt der Aushärtung entsteht. Die von uns verwendeten Epoxidharze haben diesen Effekt nicht! Aber einige andere Epoxidsorten schon – diese müssen vor der Lackierung gereinigt werden. Nach dem Schleifen sollten Rumpf und Deck mit Wasser und Geschirrspülmittel gereinigt werden.

Grundierung

Eine Grundierung verbessert das Erscheinungsbild des Rumpfes, weil sie unebene Stellen ausfüllt, die man zwar nicht direkt siehst, die aber durch den intensiven Glanz des Polyurethan-Lacks akzentuiert werden. Achte darauf nur an trockenen Tagen oder in Räumen mit einer geringen Luftfeuchtigkeit zu Grundieren und nehme den Deckanstrich vor, sobald die Grundierung gehärtet und geschliffen ist. Schleife die Grundierung gründlich mit 220er Körnung. Das Schleifen verursacht riesige Wolken weißen Staubs, so dass es am besten ist, es an einem windigen Tag draußen zu tun. Glücklicherweise lässt sich Grundierung sehr gut schleifen und es bleibt eine sehr glatte Oberfläche. Keine Sorge wenn du an erhabenen Stellen durch die Grundierung geschliffen hast – das ist normal.

Lackierrolle oder Pinsel

Polyurethan-Lacke müssen dünn und gleichmäßig aufgetragen werden. Lackierrollen sind perfekt, weil sie nicht viel Farbe aufnehmen und nach jeder aufgetragenen Schicht weggeworfen werden können. Mit einem hochwertigem Lackierpinsel lassen sich ebenfalls sehr gute Ergebnisse erzielen. Bei großen Flächen wie einem Bootsrumpf ist das Arbeiten mit einem Pinsel allerdings um Einiges langwieriger als mit der Rolle. Am besten ist eine Kombination aus Pinsel und Rolle: Mit der Rolle wird der Lack aufgebracht, mit dem Pinsel wird der Lack anschließend verschlichtet.

Lack auftragen

Eine glänzende Oberfläche ohne sich abzeichnende Pinselstriche ist eine Frage der Streichtechnik. Ziel ist es, eine dünne, gleichmäßige Schicht aufzutragen. Beispiel Kajak: Lackiere das Kajak auf dem Deck liegend, zuerst den Rumpf und zuletzt das Deck. Beginnend am Bug, trage den Lack mit der Rolle auf einer etwa 50 cm großen Fläche auf (weniger, wenn es heiß ist).

Anschließend der mit der Rolle aufgetragene Lack mit einem feinen Pinsel oder einem Schaumpinsel verschlichtet, d.h. es werden die Luftbläschen aus dem Lack getrichen. In diesem zweiten Schritt ist es wichtig, dass die Pinselstriche vom Trockenen ins Nasse führen. Niemals den Pinsel in den nassen Lack absetzen. Wiederhole den Vorgang ohne Verzögerung auf der nächsten Fläche, leicht überlappend, und bewahre immer eine “nasse Kante”, so dass die Übergänge der Streichflächen ineinander verlaufen können. Arbeite auf diese Weise rund um den Rupf herum. Die „Lack-Naht” zwischen den beiden Rumpfseiten befindet sich so auf dem Kiel und wird nicht auffallen.

Wie viele Lackschichten?

Drei bis fünf Lackschichten sind zu empfehlen, um einen schönen Glanz und einen Ausreichenden UV-Schutz des Epoxids zu erhalten. Ein Zwischenschliff mit 400er Körnung zwischen jeder Schicht, am besten als Nassschliff, verbessert das Endergebnis erheblich.